Datenmissbrauch und Rufschädigung: wie Peko Baxant, Gerhard Botz, eine Gedenkstätte und ich auf einer fingierten „Hamas-Support Liste“ landeten

Im Internet existiert eine fingierte „Hamas Support Liste“ des anonymen Bloggers „opinionnotes.files“ – opinionnotes.files.wordpress.com. Diese Liste enthält nahezu dieselben Namen, wie eine unterschriebene Petition an die Außenministerin zur Freilassung von Sandra Bakutz aus dem Jahr 2005.

Die Petition wurde von der AIK ohne Einveständniserklärung online gestellt. Der  Blogger opinionnotes.files hatte die Liste aus dem Internet kopiert und im Zusammenhang mit einer Unterstützungserklärung der Hamas online gestellt. Dieses Vorgehen missbraucht unsere Namen auf schändlichste Art und Weise und schädigt unseren Ruf. Neben mir werden u.a. auch der Mandelbaum Verlag, die ÖH der Universität Wien, die Universitätsprofessoren Gerhard Botz, Erich Ribolits, Monika Jarosch, Radio Orange sowie eine Gedenkstätte von dem Blogger diffamiert.

Im Frühjahr 2005 unterschrieben 245 Personen und elf Organisationen eine Petition an die damalige Außenministerin zur Freilassung von Sandra Bakutz aus einem türkischen Gefängnis. Auch ich habe damals unterschrieben, da ich von den Haftbedingungen in den türkischen Gefängnissen erfahren hatte und diese mich schockierten. Gemeinsam mit mir  unterschrieben auch namhafte Universitätsprofessoren wie  Gerhard Botz und Erich Ribolits, der heutige Landtagsabgeordnete Peko Baxant (SPÖ), die ÖH der Universität Wien, der Mandelbaum Verlag, das Radio Orange uvm. diese Petition. Die Unterschriften wurden von verschiedenen Organisationen gesammelt u.a. auch von der GPA-Jugend und dem Radio Orange. Auch SOS-Mitmensch engagierte sich für die Freilassung von Sandra Bakutz. Zudem existierte auch eine neutral gehaltene Gmx-Adresse unter dem Titel Freiheit für Sandra.

Alle für Sandra Bakutz gesammelten Namen  wurden von der AIK ohne unsere Einverständniserklärung online gestellt. Seit 1. April 2011 werden diese Namen von dem anonymen Blogger „opinionnots.files.word.press.com“ als PDF-File unter „Hamas Support Open“ im Internet verbreitet. Interessierte werden bei einem Vergleich der beiden Namenslisten feststellen, dass die sogenannte Hamas Support Open sich von der Liste des Bloggers nur in der Nummerierung unterscheidet. Beispielsweise wird die Universitätsprofessorin Monika Jarosch in der Petition für die Freiheit für Sandra Bakutz auf Platz 245 gereiht. In den „Hamas Support Open“ befindet sie sich auf Platz 248. Die Organisationen u.a. die ÖH der Universität Wien und der Mandelbaum Verlag wurden 1:1 kopiert und eingefügt. Da ich weder für die AIK noch für den Blogger Werbung machen möchte, habe ich bewusst keine Links zu den beiden Listen gesetzt.

Erich Ribolits, Peko Baxant und ich haben durch Postings den Blogger um eine Entfernung der Liste gebeten.Es wurde auf den verübten Datenmissbrauch und die Rufschädigung hingewiesen.

Screenshots_Kommentare_Datenmissbrauch_Rufschaedigung_20120227

Die AIK wurde wegen einer raschen Entfernung der Liste angeschrieben, da diese gegen den Datenschutz verstößt und unser Persönlichkeitsrecht verletzt. Auch Peko Baxant hat in seinem Blog eine Sachverhaltsdarstellung gepostet.

http://www.pekobaxant.at/stories/so-leicht-wird-man-zum-terror-supporter/

Die AIK hat am 24.2.2012 nach den Interventionen von Erich Ribolits, Ina Markova und mir unsere Namen von der Homepage gelöscht. Die gesamt Liste wurde von der AIK aber nicht entfernt. Auch der Blogger „opinionnotes.info“ hat die fingierte Hamas-Support-Open bislang nicht aus dem Netz genommen. Bezeichnenderweise werden unsere Sachverhaltsdarstellungen seitdem auf rechten Blogs und Webseiten verhöhnt.

Betroffene:
Mein Rechtsanwalt empfiehlt allen Betroffenen eine Anzeige in einer Polizeidienststelle gegen den BloggerOpinionnotes.info“ zu machen, sowie das Bundeskriminalamt schriftlich auf den Datenmissbrauch hinzuweisen:

Bundesministerium für Inneres
Bundeskriminalamt

Meldestelle Against Cybercrime

Josef Holaubek Platz 1
A-1090 Wien

E-Mail:

against-cybercrime@bmi.gv.at

BMI-II-BK-SPOC@bmi.gv.at

Abschließend folgt noch eine Klarstellung:

Ich habe weder mit der Terrororganisation Hamas zu tun, noch vertrete ich deren Ansichten, politische Ziele und Terroraktionen! Auch mit der AIK bzw. dem auf der Homepage angeführten „Antiimperialistischen Lager“ sowie deren Ansichten habe ich nichts zu tun. Und ich distanziere mich von deren menschenverachtender Politik im Hinblick auf den Israel-Palästina-Konflikt. Meine Position zu Israel ist von Solidarität und der Anerkennung des Existenzrechts des Staates Israel geprägt.

Nähere Informationen erhalten Sie unter meinem Blogschwerpunkt Mazzesinsel 2.0., der sich mit dem vielseitigen jüdischen Leben in Wien beschäftigt:

https://claudiaaurednik.wordpress.com/mazzesinsel/

Abschließend möchte ich mich bei all meinen Interviewpartnerinnen und Interviewpartnern, Bekannten und Freunden für deren Glauben an meine Integrität und Seriosität bedanken. Besonderen Dank an alle jüdischen Menschen, die dieser Liste keinen Glauben geschenkt haben! 

Schalom!

Claudia Aurednik

Sachverhalt auf Englisch:

https://claudiaaurednik.wordpress.com/2012/02/28/hamas-support-fake/

 

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4 Gedanken zu “Datenmissbrauch und Rufschädigung: wie Peko Baxant, Gerhard Botz, eine Gedenkstätte und ich auf einer fingierten „Hamas-Support Liste“ landeten

  1. Auch ich stehe auf der Liste und verwehre mich gegen den Datenmissbrauch. Ich habe weder mit der Terrororganisation Hamas zu tun, noch vertrete ich deren Ansichten, politische Ziele und Terroraktionen! Auch mit der AIK bzw. dem auf der Homepage angeführten „Antiimperialistischen Lager“ sowie deren Ansichten habe ich nichts zu tun.
    Monika Jarosch

  2. ORANGE 94.0, das Freie Radio in Wien, schließt sich Claudia Auredniks Kritik an dem oben dokumentiertem Datenmissbrauch vollinhaltlich an. Selbstverständlich unterstützen auch wir die Hamas nicht, haben mit der AIK nichts zu tun und verwehren uns gegen den Missbrauch unseres Namens durch den anonymen Blogger „opinionnotes.files“. Wir danken Claudia Aurednik für den Hinweis!
    Dr. Sibylle Moser (Geschäftsführerin ORANGE 94.0)

  3. Als mitbetroffener Unterzeichner der Petition kann ich mich den Stellungnahmen von Monika Jarosch und Sibylle Moser nur anschliessen. Nach wie vor stehe ich zu Intention und Wortlaut des Textes, der durch willkuerliche Konstruktion in abenteuerliche Zusammenhaenge gebracht wurde.

    Herbert Gnauer

  4. Ich stehe ebenfalls auf dieser Liste und verwehre mich entschieden gegen diese furchtbare Verleumdung. Ich habe damals eine Petition für die Freilassung einer österreichischen Journalistin unterschrieben, über die landesweit in Zeitungen wie Der Standard oder Wochenzeitschriften wie NEWS berichtet wurde. Wie dies als „support“ für eine terroristische Organisation interpretiert werden kann, entzieht sich meinem Verständnis.

    Ina Markova

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